Gewölbe unter dem "Kreuzplatz" in Löhnberg muss verfüllt werden
„Kreuzplatz" in Löhnberg muss verfüllt werden
Beim Verlegen des Nahwärmenetzes im Löhnberger Ortskern sind die Arbeiter auf ein altes Gewölbe gestoßen. Es liegt unter dem „Kreuzplatz" - und stellt die Gemeinde nun vor ein Problem. Wenn bei Buddeleien im Untergrund durch Zufall Zeugnisse der Vergangenheit ans Tageslicht gefördert werden, löst das im allgemeinen Begeisterung bei Historikern aus. Aber das ist nicht immer so: Dieses nun aufgetauchte Gewölbe sorgt eher für Sorgenfalten auf der Stirn von Bürgermeister Dr. Frank Schmidt - obwohl er von Hause aus promovierter Historiker ist. Denn das alte Bauwerk lässt massive Zweifel auftauchen, ob es den Belastungen des heutigen Straßenverkehrs gewachsen ist.
Vor vielen Jahrhunderten, als Löhnberg noch ein kleiner Ort innerhalb der Burgmauern auf dem Felsen über der Lahn war, da gab es dort einen Brandweiher: Für den Fall, dass ein Feuer ausbrach, war direkt in der Ortsmitte Wasser vorhanden, das zum Löschen genutzt werden konnte. Dann, irgendwann, wurde der Brandweiher geleert, in der Mulde ein Gewölbe errichtet und Erde drübergekippt. Genutzt wurde es weiter als Zisterne für den Brandfall. Heute ist der „Kreuzplatz" asphaltiert, in der Mitte sind Parkplätze eingerichtet. Wer sein Auto da abstellt, kann nicht ahnen, dass er auf einem alten Gewölbe parkt, das nur mit wenigen Zentimetern Erde und Asphalt überdeckt ist.
Zwei Kammern sind es, die da im Untergrund schlummern. Geschätzter Inhalt: 340 Kubikmeter. Das ist eine ganze Menge.
Die Gemeinde Löhnberg sieht nun dringenden Handlungsbedarf, sagt Bürgermeister Dr. Frank Schmidt: Weil die Deckschicht zu dünn ist, kann das unterirdische Bassin durchaus eine Gefahrenquelle darstellen - etwa, wenn ein Lastzug drüberrollt. Und: In gut drei Wochen ist in Löhnberg Weihnachtsmarkt; dann steht traditionell exakt an dieser Stelle das Kinderkarussell.
Nach ersten Erkenntnissen eines Statikers und eines Ingenieurbüros gibt es nur eine Möglichkeit: Das Gewölbe öffnen und verfüllen. Das soll nun so bald wie möglich geschehen, versichert Dr. Schmidt, denn Löhnberg habe schließlich die Verkehrssicherheitspflicht. Damit wird sich nun der Gemeindevorstand in seiner nächsten Sitzung beschäftigen, denn das Loch im Untergrund aufzufüllen kostet nach ersten Einschätzungen etwa 29.000 Euro, die als außerplanmäßige, aber unabwendbare Ausgabe verbucht werden müssen.
Platz vor dem Mehrgenerationenhaus mit historischem Pflaster aufgewertet
Im Rahmen der Straßenbaumaßnahme „Am Berg" wurde der gesamte Vorplatz vor dem Mehrgenerationenhaus mit historischem Basaltpflaster neu gestaltet. Um den ordnungsgemäßen Transport des Mittagessens zum Mehrgenerationenhaus während den Pflasterarbeiten sicherzustellen wurde kurzfristig ein Behelfspflaster - ohne Mehrkosten zu erzeugen - verlegt, das anschließend wieder entfernt wurde. Insgesamt ist die Gesamtanlage mit der neuen LED-Beleuchtung nun in einen schönen Zustand versetzt worden.
